Johannes-Voetlause-Preis für Bürgerbus Badbergen

Johannes-Voetlause-Preis vergeben. Mit ihm wird vorbildliches Engagement im ländlichen Raum gewürdigt. Die diesjährigen Preisträger kommen aus Glandorf, Freren und Badbergen.

(Bericht: Joachim Dierks /Foto: Nicole Weymann)

Georgsmarienhütte. Eine Landvolk-Hochschule ist nicht nur dazu geschaffen, die ländliche Bevölkerung weiterzubilden. Sie versteht sich auch als ein Zentrum für ehrenamtliches Engagement, das auf dem Lande mit seiner weniger dichten Infrastruktur besonders wichtig ist. Einmal im Jahr wird vorbildliches Engagement mit der Verleihung des Johannes-Voetlause-Preises (JVP) besonders gewürdigt.
Die Preisverleihung 2015 fand im Rahmen des „Oeseder Landwirtschaftstages“ im Landforum der Katholischen Landvolk-Hochschule Oesede (KLVHS) statt. Preisträger sind in diesem Jahr die Theatergruppe der Katholischen Landjugendbewegung Freren in der Kategorie „Jugend“, die Landfrauen Badbergen in der Kategorie „Gemeinwesen“ und Klara Rosenbusch aus Glandorf in der Kategorie „Frauen“.

Die Jury aus Vertretern der KLVHS, des Landvolks, der Landjugend und der Landfrauen habe angesichts der vielen guten Vorschläge keine leichte Aufgabe gehabt, sich für je einen Preisträger in den Kategorien zu entscheiden, sagte KLVHS-Leiter Johannes Buß. Aber letztlich habe man zu einstimmigen Voten gefunden. „Darüber vergessen wir nicht, dass alle Einzelpersonen und Gruppen, die überhaupt vorgeschlagen wurden, das als eine ehrende Anerkennung ihrer Arbeit im ländlichen Raum auffassen dürfen“, sagte Buß. Dr. Johannes Voetlause, Namensgeber des ausgelobten Preises, war mehr als drei Jahrzehnte lang Leiter der KLVHS Oesede. Im Rahmen von Seminaren wie auch ungezählter Vorträge im gesamten Raum Weser-Ems hatte sich der 2008 gestorbene Voetlause große Verdienste um die Menschen in den ländlichen Regionen des nordwestdeutschen Raumes erworben.

Pastor Thilo Wilhelm übernahm es, Klara Rosenbusch aus Glandorf als Gewinnerin in der Kategorie „Frauen“ vorzustellen. „Sie setzt sich vielseitig, ausdauernd und nachhaltig für den ländlichen Raum und die dort lebenden Menschen ein“, sagte er. Rosenbusch sei seit zehn Jahren ehrenamtliche Rich terin am Landwirtschaftsgericht. Seit 2011 betreue sie als Lesementorin benachteiligte Kinder an der Grundschule Glandorf. Damit noch lange nicht genug: Sie engagiert sich im Vorstand der Ländlichen Erwachsenenbildung und übernimmt damit Verantwortung für ein umfangreiches Bildungsangebot im ländlichen Raum. Zudem ist sie im kirchlichen Gemeindedienst aktiv und besucht ältere und kranke Gemeindemitglieder. Bei den Landfrauen organisiert sie Computerkurse, Studienfahrten und Dialogveranstaltungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Landvolk-Vorsitzender Albert Schulte to Brinke begründete die Preisvergabe an die Theatergruppe der Landjugend Freren: „Jedes Jahr zum Erntedankfest bringen die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren ein vergnügliches Stück auf die Bühne, und das nun schon seit mehr als 30 Jahren.“ Lobend hob er hervor, dass die jungen Leute dabei die plattdeutsche Sprache pflegen, und zwar „besser, als ich das selbst je gekonnt habe“. Geschickt würden nicht nur die Schauspieler, sondern auch zahlreiche weitere Landjugend-Mitglieder als Souffleusen, Requisiteure, Beleuchter, Plakatdrucker, Flyer-Verteiler und so weiter eingebunden.

Schließlich stellte Monika Feil von den Landfrauen den Preisträger in der Kategorie „Gemeinwesen“ vor: den Verein „Bürgerbus Badbergen“. Landfrauen um Irene Poesthorst hatten sich zusammengetan, um gerade Älteren im ländlichen Raum die Mobilität zu erhalten. Nach einer Haushaltsbefragung und einer Bürgerversammlung wurde die Idee „Bürger fahren für Bürger“ geboren. Im September 2014 kam der erste Kleinbus als Bürgerbus zum Einsatz. 25 ehrenamtliche Fahrer haben in den ersten Monaten bereits an die 1000 Fahrgäste befördert. Das Angebot wird für einen Euro je Fahrt zumeist von älteren Bürgern und jungen Familien genutzt. Ziel ist es, dass alle Bewohner verlässlich Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Freunde oder Vereine erreichen können. „Mit Projekten wie dem Bür gerbus kann der Landflucht entgegengewirkt werden“, sagte Feil.

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